Bestattung und Ökologie – paßt das zusammen?

erstellt am: 01.05.2013 | von: Marion Wickermann | Kategorie(n): Bestattungsarten

Auch in der Bestattungskultur gibt’s Trends. Der neueste: die Öko-Bestattung. In Deutschland handelt es sich dabei meist um eine gewöhnliche Bestattung, bei der nachhaltige Aspekte im Vordergrund stehen: wie die Verwendung umweltschonender Materialien. Särge und Urnen werden nicht aus Holz angefertigt, sondern aus biologisch abbaubaren, natürlichen Substanzen wie Bambus oder Pappe, ohne Anteil an Pestiziden. Um den Boden nicht mit Quecksilber zu belasten, werden den Verstorbenen Zahnfüllungen entfernt. Und auf eine Fahrt in großen Leichenwagen wird gänzlich verzichtet. Das ist die deutsche, eher dürftige Öko-Variante.

 

Die Amerikaner sind uns bei den Öko-Beisetzungen einen Schritt voraus. Beinahe jeder zweite US-Bürger über 50 denkt über eine „grüne Beerdigung“ nach. Die Zahl der Friedhöfe und Beerdigungsinstitute mit diesem speziellen Angebot steigt wöchentlich. Beweggrund ist, die Natur nicht nur vor Schaden zu schützen, sondern ihr sogar Gutes zu tun. “The Neptun Society“ beispielsweise hat eigens hierzu das “Memorial Reef“ geschaffen. Das künstliche Riff wird durch Unterwasserbeisetzungen aus einem kleinen Anteil Beton und der Asche von Verstorbenen geschaffen und bietet vielen Pflanzen und Tieren einen neuen Lebensraum. Aber auch das Kostenargument soll überzeugen: Die Preise für Ökobestattungen sind in den USA fast um die Hälfte günstiger als hierzulande, Feuerbestattungen sind sogar ein Schnäppchen mit nur 500 bis 1200 Dollar inklusive Urne aus Ton.

 

Herkömmliche Bestattungen belasten unsere Umwelt aufgrund mehrerer Faktoren. So weisen Feuerbestattungen Abgaswerte mit großen Mengen an Kohlenmonoxid, Staub, organischen Stoffen und Dioxinen auf. Sie stecken in Arzneien oder Implantaten und gelangen beim Kremieren in die Luft. Durch höhere Wärmezufuhr in den Krematorien könnten Schadstoffe verringert werden, jedoch steigen dann Energieaufwand und CO2-Ausstoß.

 

Bei Erdbestattungen mit Sarg wiederum wird mehr Fläche verbraucht und schädliche Substanzen gelangen in den Boden. Schwermetalle können sogar das Grundwasser belasten. Experten suchen derzeit nach Verbesserungen bzw. nach Alternativen, um die Natur zu schützen. Im Ausland gibt es solche schon, die jedoch in Deutschland bisher nicht erlaubt sind. In den Ohren der Deutschen, für die der Tod mehr als in anderen Ländern und Kulturen ein Tabu-Thema darstellt, klingen diese Vorgehensweisen möglicherweise makaber.

 

So beispielsweise die in Schweden entwickelte „Promession“, bei der die Körper der Toten zuerst tiefgefroren und dann durch Erschütterung pulverisiert werden. Nach der Abtrennung von Schadstoffen wird das Pulver in einem biologisch abbaubaren Behälter beigesetzt und soll zu Humus verrotten. Ein weiteres Verfahren aus den USA stellt die „Resomation“ dar. Hierbei wird der Leichnam in einem Hochdruckbehälter mittels Lauge zersetzt. Übrig bleiben Knochen als Bioasche sowie eine organische Lösung, die unbedenklich weggeschüttet oder als Dünger verwendet werden kann.

 

Sehen also so die Bestattungen der Zukunft aus oder ist der Öko-Hype nur ein kurzweiliger Trend? Was halten Sie davon?

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