Mit dem Smartphone die Geschichte der Toten auf dem Friedhof abrufen?!?

erstellt am: 06.05.2013 | von: Marion Wickermann | Kategorie(n): Bestattungsarten

Geschmackloser Trash und eine weitere Erfindung, die die Welt nicht braucht? Oder ein technisches Highlight und eine schöne, neue Idee, um bewusst mit der Geschichte eines verstorbenen Menschen umzugehen und sie weiterleben zu lassen? Wir werden sehen, wie eine der neuesten Errungenschaften in der mobilen Kommunikation – auf dem Friedhof! – angenommen werden wird: Wer ein Smartphone hat, kann sich zu den Testpersonen zählen. Denn künftig ist es möglich, via Handy Daten von Toten an ihren Gräbern abzurufen. Möglich macht das ein im Grabstein integrierter Chip der Firma Objecs LLC aus Arizona/USA, die diesen entwickelt hat und nun für einen Preis ab 125 $ vertreibt.

 

Der Chip speichert bis zu 1000 Wörter und ein Bild. Die Speicherkapazität wird sicher schnell erweitert, sollte die Technologie auf Interesse stoßen. Die Hinterbliebenen können hier Geschichten über oder von dem Toten hochladen. Diese werden per NFC-RFID Datentechnik übertragen, dabei benötigt der Chip keine Batterie, sondern nutzt das Magnetfeld des Smartphones. Der Chip blinkt automatisch, sobald ein Smartphone-Besitzer in Reichweite ist, und ist unverzüglich zum Datentransfer bereit. Wenn ein Handy nicht über die nötige Technik verfügt, können die Informationen später im Internet abgerufen werden unter der Webadresse, die auf der gut sichtbaren und dabei schlichten Granitscheibe angegeben ist, in der der Chip eingebettet ist.

 

Die Technik ist die eine Seite, die Frage nach dem Zweck und der Pietät die andere.

 

Wer möchte an einer Stätte der Ruhe, die der Friedhof für die meisten Besucher nunmal ist, mit solchem Input beliefert werden? Wer hat Interesse daran, mehr über die zum Teil tragischen Geschichten von Verstorbenen zu erfahren? Ist das würdelos und reine Sensationsgier? Die Erfinder glauben daran, dass vor allem junge Menschen, die generell daran interessiert sind, sich immer und überall mitzuteilen und mit anderen in Kontakt zu stehen, die “bechipten” Grabsteine befürworten werden. Im Zeitalter von Facebook, Blogs und Co. sind zunehmend solche Applikationen gefragt, die die Menschen verbinden und Informationen in einer (Daten-)Gemeinschaft kommunizieren. Doch dabei reden wir bisher von einer interaktiven Kommunikation unter Lebenden. Nun gilt es abzuwarten, ob die Social-Network-Idee auch bis in den Himmel reicht.

Über Marion Wickermann


Willkommen zu interessanten Informationen rund um das Thema Sterbegeldversicherungen, Bestattungsarten, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und vielem Interessanten anlehnend und passend zum Thema. Sie bekommen hier wissenswerte Informationen und Beratung zum Thema Vorsorge! Ich möchte Interesse wecken und Sie ermuntern, sich mit dem Thema zu befassen, um letztendlich beruhigt zu sein, in dem Wissen, für alles gesorgt zu haben!