Betreuungsfall und was jetzt?

erstellt am: 09.07.2015 | von: Marion Wickermann | Kategorie(n): Informationen rund um das Thema Tod und Trauer |

Versicherungsmaklerin Marion Wickermann berät Sie gerne!

Versicherungsmaklerin Marion Wickermann berät Sie gerne!

Im Betreuungsfall darf man den Ehepartner nur vertreten, wenn eine gültige Vollmacht vorliegt!

Laut Schätzungen haben wohl insgesamt  90 % der Erwachsenen keine Vollmachten.

Eine Vollmacht verhindert den Betreuungsfall und zwar sowohl durch einen fremden Betreuer, aber auch die Bestellung eines Betreuers innerhalb der Familie ist dann unnötig. Wenn Sie mit einer Vollmacht vorgesorgt haben und eine Person ihres Vertrauens eingesetzt haben, kann der Partner im Betreuungsfall so agieren, wie sie es bisher gewöhnt sind und ist keinem fremden Menschen Rechenschaft schuldig. Meiner Meinung nach ist alleine das schon der Grund, eine solche Vollmacht zu erstellen.

Zu 47 % sind es fremde Personen, die als Betreuer eingesetzt werden und nur zu 53 % sind es Familienangehörige. Aber eben auch wenn ein Familienmitglied als Betreuer bestellt wird, hat dieses genauso Rechenschaft über alle Ausgaben etc. abzugeben, wie ein fremder Betreuer. Das ist ein Punkt, auf den man nicht oft genug hinweisen kann.

Die Situation hat sich geändert in den letzten 30 Jahren. Früher waren es oft Familienangehörige, die automatisch die Pflege übernommen haben. Heute sind in den Familien ganz häufig beide Partner berufstätig und sind so gar nicht in der Lage, eine Vollzeitpflege darzustellen. Und aus diesem Grund wird es in Zukunft wohl auch häufiger zu einer Bestellung einer fremden Person im Betreuungsfall kommen.

Was passiert übrigens mit einer Vollmacht, wenn der Vollmachtgeber stirbt? Sie erlischt mit dem Tod des Vollmachtgebers. Mit dem kleinen Satz, daß diese Vollmacht auch über den Tod hinaus gültig ist, schaffen Sie Klarheit und gehen vielen Problemen aus dem Weg.

Richtig gut ist es, wenn der Bevollmächtigte mit der Vollmacht so gut informiert ist, daß er sofort versteht, was er tun soll, d.h. Sie verfassen die Vollmacht eigentlich für ihren späteren Bevollmächtigten.

Ihre Fragen beantworte ich Ihnen gerne und empfehle Ihnen auf Wunsch auch Rechtsanwälte/Notare, die mit Ihnen die passenden Formulare erstellen.

 

 

Vorsorgevollmacht – wozu und wie!

erstellt am: 10.09.2012 | von: Marion Wickermann | Kategorie(n): Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament ... |

Durch Krankheit oder Unfall können wir alle in Situationen kommen, in denen die Entscheidungsfähigkeit zeitweise oder dauerhaft eingeschränkt ist. Dann ist es hilfreich, eine Vertrauensperson zu haben, die wichtige Angelegenheiten für uns klären kann.

Dabei hilft Ihnen die Vorsorgevollmacht. In einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie, was der Bevollmächtigte regeln darf. Durch diese Vorsorgevollmacht ist eine vom Gericht anzuordnende Betreuung überflüssig.

Inhalt der Vorsorgevollmacht sind die Aufgaben, die der Bevollmächtigte für Sie erledigen soll (z.B. Bankgeschäfte) und der Zeitpunkt, ab wann die Vollmacht gilt und die Bedingungen, die mit der Vollmacht verbunden sind.

Die Vorsorgevollmacht ist schriftlich zu fassen. Eine notarielle Beurkundung ist nicht zwingend notwendig. Sinnvoll kan dies aber schon sein, weil dann der Notar z.B. die Geschäftsfähigkeit bestätigen kann. Geht es in der Vorsorgevollmacht auch um Grundstücke, eine Firma etc. ist die Vorsorgevollmacht notariell zu beurkunden.

Eine Generalvollmacht gilt für alle Lebensbereiche – wie der Name schon sagt und mit dem Original ist der Generalbevollmächtigte sofort handlungsfähig.

Aus diesem Grund ist es auch sehr wichtig, eine solche Vollmacht nur vertrauenswürdigen Menschen zu erteilen, die im Fall der Fälle ausschließlich in ihrem Sinne handeln.

Auch bei Generalvollmachten ist zu beachten, daß Banken und Sparkassen ihr eigenes Süppchen kochen und oft nur eigene bankinterne Vollmachten oder notariell beurkundete Vollmachten anerkennen.

Sinnvoll ist auch, daß die Vollmacht über den Tod hinaus gilt. Damit bleibt dem Bevollmächtigten die Fähigkeit zum Handeln erlaubt, bis das Erbe vollzogen wird.

Die Rechtsverbindlichkeit einer Vorsorgevollmacht kann erhöht werden, wenn in Zeitabständen von ca. 2 Jahren die Aktualität mit einer neuen Unterschrift bestätigt wird.

Wenn die bevollmächtigte Person erst handeln können darf, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind, können Sie die Vorsorgevollmacht einer dritten Person aushändigen, die dann der bevollmächtigten Person die Vorsorgevollmacht erst aushändigen darf, wenn ein Arzt bestätigt, daß Sie nicht mehr in der Lage dazu sind, selbst zu entscheiden.

Das kann natürlich auch zu Verzögerungen führen. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, wann und wie er eine Vorsorgevollmacht ausstellt und wie sie verwahrt wird. Es sollte nur beachtet werden, daß die bevollmächtigte Person mit dieser Vorsorgevollmacht fast alles in unserem Namen tätigen kann.

Notariell beurkundete Vorsorgevollmachten können vom Notar beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden. Einen Zugriff auf diese Datenbank über Vorsorgevollmachten haben nur die Amtsgerichte und die Betreuungsstellen der Kommunen.

Betreuungsverfügung

erstellt am: 01.09.2012 | von: Marion Wickermann | Kategorie(n): Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament ... |

Mit einer Betreuungsverfügung können Sie selbst eine Vertrauensperson als Betreuer bestimmen. Mit dieser halten Sie fest, wen Sie als gesetzlichen Betreuer vorschlagen oder auch, wen Sie auf jeden Fall ablehnen. Außerdem können Sie festlegen, welche Wünsche und Gewohnheiten der Betreuer zu respektieren hat und wo Sie später wohnen möchten. Ein Betreuer ist immer nur für Dinge zuständig, bei denen die Betreuung wirklich notwendig ist. Dinge, die Sie noch eigenständig regeln können, liegen nicht in seinem Tätigkeitsgebiet.

Sie können z.B. mit der Betreuungsverfügung regeln, wer Ihre Vermögensangelegenheiten für Sie erledigt oder auch ob der bisherige Lebensstandard beibehalten werden soll, bis das Vermögen aufgebraucht ist. Auch, was mit evtl. vorhandenen Immobilien passieren soll, kann bestimmt werden. In Bezug auf die Vermögensangelegenheiten sollten Sie sich bei Ihrer Hausbank erkundigen, welche Vollmacht dort erwünscht ist. Banken und Sparkassen möchten in der Regel eine Vollmacht auf eigenem Formular und aktzeptieren oft keine allgemeine Vollmacht.

Dort kann auch verfügt sein, daß z.B. die Geburtstagsgeschenke und Weihnachtsgeschenke in bestimmter Höhe versendet werden sollen.

Und letztendlich können dort auch die Wünsche für die Bestattung niedergeschrieben werden, so daß die Angehörigen im Falle ihres Todes genau wissen, was Sie sich gewünscht haben.

Als Versicherungsmaklerin sei mir hier der Hinweis gestattet, daß wenn Sie über mich eine Bestattungsversicherung abschließen, Sie entsprechende Formulare gestellt bekommen. Wenn es Ihr Wunsch ist, helfe ich Ihnen auch, diese auszufüllen.

Welche Auswirkungen hat denn eine Betreuung auf meine Geschäftsfähigkeit?

Keine. Die Bestellung eines Betreuers ist keine Entrechtung. Es bedeutet nicht, daß Sie geschäftsunfähig sind. Es geht um die Frage: Kann ich die Bedeutung und die Tragweite meiner Entscheidungen einsehen und mein Handeln danach ausrichten? Wenn diese Einsicht nicht mehr vorhanden ist, sind Sie – unabhängig von der Bestellung eines Betreuers – geschäftsunfähig (§104 Nr. 2 BGB).

Ein Gericht kann für einzelne Bereiche des täglichen Lebens einen Einwilligungsvorbehalt anordnen. In dem Fall gibt es eine Beschränkung im Rechtsverkehr und die Zustimmung des Betreuers ist erforderlich. Kleinere geringfügige Geschäfte des täglichen Lebens sind davon ausgenommen. Ein Einwilligungsvorbehalt wird angeordnet, wenn erhebliche Gefahr besteht, dass Sie sich selbst schäden oder ihren Besitz.

Solange Sie geschäftsfähig sind, können Sie z.B. auch heiraten – ohne dazu die Zustimmung ihres Betreuers zu benötigen. Dafür gibt es keinen Einwilligungsvorbehalt.

So eine Betreuung darf nicht länger dauern als notwendig. Wenn die Voraussetzungen wegfallen, ist die Betreuung wieder aufzuheben. Sowohl der Betreuer als auch der Betreute kann jederzeit mit dem Gericht in Kontakt treten, um eine Aufhebung der Betreuung zu erreichen. Wenn die Betreuung länger andauert, ist sie spätestens nach 5 Jahren zu prüfen.